Bundesstraße 31

vorgetragen von den Biberacher Musizierenden Ana Bienek und Natalie Gottstein

Bundesstraße 31 Text: Eva Riedl Musik: John Gillard

Refrain
Es schallt durch die Zeit: „Die Waffen nieder!“
Sonst kehren die Schrecken immer wieder und wieder.
Fangt jetzt damit an, ernst zu machen.
Schafft endlich Frieden – ohne Waffen!

Am Bodensee beginnt der Krieg!
Er beginnt in jedem Rüstungsbetrieb.
Man sieht uns hier in rosigem Licht.
Die dunkle Seite sieht man nicht.
Und doch genau hier findet ihr sie,
die Werkbänke der Kriegsindustrie.
Ihr Menschen in der Seeregion,
ruft laut: „Wir haben genug davon!“

Auf der B 31, von Ort zu Ort,
begleitet uns der Rüstungstransport.
Wir leben hier unverschämt gut,
woanders ziehen wir Spuren von Blut.
Rund um den See das gleiche Bild:
Die Auftragsbücher sind gefüllt.
Waffenverkauf bringt uns viel Geld
und Flüchtlinge zieh‘n durch die Welt!

Am Bodensee, ja da ist es schön!
Touristen sind hier gerne geseh’n.
Nach Pfahlbauten und Affenberg
zeigt ihnen auch ein Waffenwerk.
Was nach Primat und Steinzeitmann
der Mensch von heut so alles kann!
Keule und Stein sind „smart“ geworden
und Anzugträger befehlen das Morden.

Ihr Produzenten sagt es laut:
„Bei uns wird Kriegsgerät gebaut.“
Bringt ihr nicht Frieden in die Welt,
wissend wer zu den „Guten“ zählt?
Aber wie wird kontrolliert,
wohin sich Kampfgerät verirrt?
Und was ist Kreativität,
die sich ums beste Töten dreht?

Man erklärt, um uns zu schützen,
sollten wir genug Waffen besitzen.
Und – angeblich hat’s keiner gewollt –
hat doch der Krieg uns überrollt.
Verletzte, Tote, Gewalt wie immer,
Heim und Herd zerbirst in Trümmer.
Verstümmelt wird Wissen, Kunst, Kultur
und es leidet jede Kreatur!

Erfüllt den großen Traum vom Frieden:
„Lasst Pflugscharen aus Schwertern schmieden!“
Denn eine Weisheit ist uralt:
„Gewalt zeugt immer nur Gewalt!“
Noch leben wir hier brav und bieder,
doch wie wäre es, sie kämen wieder:
Unsere Panzer, Gewehre und Drohnen,
um uns erneut nicht zu verschonen?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Bundesstraße 31

Ungehaltene Rede an Karfreitag

von Berthold Seeger

Die Mahnwache 2020 fällt aus, nicht wegen eines Krieges, aber wegen einem Feind, der gerade die gesamte Menschheit lähmt, ein Global Player, nicht weniger furchteinflößend als waffenstarrende kriegerische Auseinandersetzungen.
Was hat das für uns Menschen, wo auch immer wir auf diesem Globus leben, zu bedeuten? Welche Zusammenhänge beinhaltet diese Katastrophe (das eher bedächtige Wort Krise passt hier nicht) zu den Bereichen Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung? Karfreitag ist ein Tag der Trauer und des Nachdenkens. Es drängt sich auf; an diesem Tag eine dringende Botschaft aufzunehmen: Dem Virus eine Stimme geben. Eine anonym bleibende Person wendet sich an die Menschen. Sie stellt die Zusammenhänge zwischen dem Virus und dem großen Themenfeld der Friedensbewegung in brutalster möglicher Weise her.
Zu hören bei YouTube bei
https://youtu.be/FHU7iHvHUGg  (das Video ist leider nicht mehr verfügbar)

Haben wir diese Botschaft gehört? Dann erkennen wir neue Zusammenhänge des menschlichen Zusammenlebens, der Gerechtigkeit, des Friedens, der Schöpfung. Systemisches Denken und Handeln sind gefragt, wenn wir Wirkung erzielen wollen, angefangen beim menschlichen Zusammenleben, der (hoffentlich angestrebten) wirklich sozialen globalen Marktwirtschaft bis zu der hoch gefährdeten Schöpfung und der ebenfalls alles bedrohenden nuklearen Hochrüstung, die wieder „salonfähig“ gemacht wurde, durch Trump, Putin, Xi usw. Die Kriegswirtschaft wird es freuen, nicht nur wegen der Arbeitsplätze dort. Ich erinnere an eine hoffnungsstiftende Geste von Papst Franziskus anlässlich seines Besuches in Nagasaki im August 2019. Er betete dort und forderte laut (erstmals durch einen Religionsführer überhaupt) nicht nur einen Stopp aller nuklearen Waffenherstellung, sondern deren vollständige Beseitigung. Das ist eine Forderung, die über das hinausgeht, was bisher international aus „moralischen Gründen“ akzeptiert wurde, nämlich das Gleichgewicht des Schreckens. Franziskus fordert die Ächtung und Abschaffung aller Atomwaffen, weil sie das gefährden, was sie angeblich schützen sollen, nämlich den Frieden.
Alle Friedensbewegten können es nicht dabei bewenden lassen, berechtigte Forderungen an die Politik zu richten. Forderungen sind genauso wichtig und not-wendig wie tatkräftiges Handeln im Alltag. Dazu gehört auch der Kontakt mit unseren gewählten Abgeordneten in Europa, in Berlin, Stuttgart, dem Landkreis und der Heimatstadt. Engagement für den Frieden braucht langen Atem, wer hat diese Erfahrung nicht selbst schon gemacht? Aber jede/r kennt auch „Erfolgserlebnisse“, die aus Friedensarbeit kommen. Sie geben immer neue Motivation in diesem Engagement. Ein Wort von Martin Luther bestätigt den Grund zur Hoffnung: „Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“
Ein Wort zu Europa. Wenn die deutsch-französische Freundschaft der Motor für ein zusammenwachsendes Europas sein soll, dann stottert dieser Motor seit geraumer Zeit, ebenso stottert die EU in fast allen Belangen, die das Friedensprojekt Europa voranbringen sollen. Wer, wenn nicht Pax Christi Mitglieder und alle Friedensbewegten, müssen das in ihrer Macht Stehende tun, um unsere Bundeskanzlerin daran zu erinnern, was sie bei offiziellen Anlässen so gerne verspricht, nämlich die Weiterentwicklung der deutsch-französischen Beziehungen. Beispiel: die feierliche Unterzeichnung des Vertrags von Aachen im März 2019 als Weiterentwicklung des Pariser Vertrags von Adenauer und de Gaulle vor mehr als 50 Jahren. Im deutsch-französischen Zug erscheint Frau Merkel als Bremserin, Macron als jemand, der den TGV endlich in Fahrt bringen will. Und in der aktuellen Bekämpfung der Folgen des Corona Virus in Italien stehen neben Deutschland zwei weitere Länder auf der Bremse, wenn es um solidarische Hilfe für das besonders betroffene Land und seinen Menschen geht. Verweigerte Solidarität gräbt sich in das kollektive Gedächtnis Betroffener ein. Gelebte Solidarität aber ebenso, mit positiver Langzeitwirkung.
Eine letzte Bemerkung im Sinne der umfassenden Sichtweise des Friedens. Auch die hoch gefährdete und bereits sehr verletzte Schöpfung hat ein langes Gedächtnis. Wer daran zweifelt, möge z.B. an den Klimawandel mit all seinen verheerenden Wirkungen denken. Wir ernten, was wir gesät haben.
Welche Welt hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln?
Zusammenfassend:
„Es geht um Taten, um aktives Handeln,
nicht resignieren,
anpacken,
nicht die Hände sinken lassen,
kreativ werden,
nicht hinterhertrotten,
vorangehen,
auf die Zeichen der Zeit achten und sie verstehen“ (Charis Doepgen)
denen zum Trotz, die auf Gesetzen beharren,
die Leben behindern und den Status quo gegen die Menschlichkeit verteidigen.

Der Karfreitag lädt uns dazu ein, an den zu erinnern, an dessen gewaltsamen Tod wir heute denken.
Er fordert zur Wachsamkeit auf: „Ihr seid das Salz der Erde“ Mt 5,13 (aus seiner berühmten Bergpredigt).
„Das ist keine kleine Verantwortung, die uns da auferlegt wurde.
Wir dürfen einerseits die Suppe nicht versalzen,
aber einen faden Brei dürfen wir auch nicht servieren,
wenn die Menschen dieser Welt auf den Geschmack Gottes kommen sollen.
– Habe ich mich heute schon eingemischt?“ (Quelle: Te Deum März 2019)
Das Virus verlangt Veränderung.

Berthold Seeger
Biberach an der Riß
Pax Christi Mitglied seit 1963

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Ungehaltene Rede an Karfreitag

Abgesagt? Karfreitag – Gebot zur Gewaltfreiheit

von Roland Groner

Auch wenn wir uns nicht zur KarfreitagsMahnwache auf dem Biberacher Marktplatz versammeln, bleiben wir dran: Was der Karfreitag in die Welt brachte, ist „Stecke dein Schwert in die Scheide!“, ein Jesuswort aus der Passionsgeschichte. Das Gebot zur Gewaltfreiheit verschwindet nicht. Das Bewusstsein zu schaffen, dass wir den Frieden fertigen können, bleibt unsere Aufgabe. Das Kreuz von Jesus Christus bestärkt uns.
Auch wenn wir aktuell uns möglichst zu Hause aufhalten, beschäftigen wir uns nicht einfach nur mit Privatem und sagen alle sozialen Kontakte ab. Denn wenn wir jetzt den Glauben an Gott nur verinnerlichen würden, für mich zu Hause oder in der Familie, dann hätten wir den Karfreitag nicht auf unserer Seite. Die Trennung in eine Welt der Politik, der Arbeit, der Wirtschaft, in der die Macht gilt, das Geld zählt und der Fortschritt – und in eine Welt, in der es nur um das Innerliche und Private geht, das ist nicht das, was mit Jesus in die Welt kam.
Am Kreuz wird der Friede gemacht, ist die Überzeugung derer, die das Geschehen von Karfreitag verstanden haben. Sie lassen sich hineinziehen in die Aufgabe, Frieden zu schaffen mitten in einer Welt des Hasses und der Kriege. „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“, war nach dem Zusammenbruch im Zweiten Weltkrieg der entscheidende Satz der Gründungsversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 1948.
In Deutschland formulierte 1959 zur Zeit des Kalten Krieges und intensiver atomarer Aufrüstung eine Kommission die „Heidelberger Thesen“. Diese forderten dazu auf, „die Zeit der Abschreckung zu nutzen, um die Logik und den Geist der Kriegsführung zu überwinden“. Es ging um die ethische Bewertung von Massenvernichtungswaffen, vorab der Atomwaffen. Wenn deren Einsatz rechtlich und ethisch nicht akzeptabel ist – können sie dann trotzdem zu Zwecken der Kriegsverhütung durch Abschreckung dienen? Die damals und bis heute umstrittene Antwort auf diese Frage lautete: Für eine Übergangszeit kann die atomare Abschreckung als eine „heute noch mögliche christliche Handlungsweise“ anerkannt werden, es kommt aber vor allem auf eine langfristige Ächtung und Abschaffung der Atomwaffen und eine Überwindung der Institution des Krieges an.
1975 forderte die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Nairobi: „Die Kirche sollte ihre Bereitschaft betonen, ohne den Schutz von Waffen zu leben und bedeutsame Initiativen ergreifen, um auf eine wirksame Abrüstung zu drängen.“
Eine heftige Auseinandersetzung zu den Atomwaffen wurde durch den Doppelbeschluss der NATO vom Dezember 1979 ausgelöst. Es formierte sich in den 1980er Jahren eine kirchliche und nichtkirchliche Friedensbewegung, die gegen diesen Doppelbeschluss „Raketenaufstellung und Rüstungskontrolle“ eintrat.
In Vancouver verschärfte dann 1983 der Ökumenische Rat seinen Aufruf: „Wir glauben, dass für die Kirchen die Zeit gekommen ist, klar und eindeutig zu erklären, dass sowohl die Herstellung und Stationierung als auch der Einsatz von Atomwaffen ein Verbrechen gegen die Menschheit darstellen und dass solches Vorgehen aus ethischer und theologischer Sicht verurteilt werden muss.“
Die Forderungen der Friedensbewegung trugen dazu bei, dass 1987 in Reykjavik von den USA und der Sowjetunion mit dem INF-Vertrag die Vernichtung und das Produktionsverbot ihrer atomar bestückbaren, landgestützten Flugkörper mit Reichweiten von 500 bis 5500 km beschlossen wurde. Dieser bedeutende Abrüstungsvertrag wurde von den USA vor zwei Jahren gekündigt. Das braucht jetzt unseren Aufschrei! Kein Abtauchen in den Stillstand!
Die Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland „Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen“ erklärte 2007, dass „die Tauglichkeit der Strategie der nuklearen Abschreckung … überhaupt fraglich geworden (ist) … die Drohung mit Nuklearwaffen (kann) heute nicht mehr als Mittel legitimer Selbstverteidigung betrachtet werden.“
Kirche des gerechten Friedens werden – was heißt das konkret für uns hier und heute? Wir verurteilen die Teilhabe genauso wie den Besitz von Atomwaffen und die Drohung mit ihrem Einsatz. Wir protestieren gegen die Vorstellung, Abschreckung mit Atomwaffen für möglich zu halten und setzen uns für die Ächtung von Massenvernichtungswaffen ein.
Frieden ist für uns nicht Harmonie im privaten Bereich. Frieden ist ein lebenslanger Kampf. Wie Jesus seine Angst besiegt hat, müssen wir unsere Angst besiegen und für den Frieden kämpfen.
Die aktuelle Lage in der Welt, auch jetzt in der Corona-Krise, führt uns vor Augen, dass die Probleme nur durch internationale Solidarität und Zusammenarbeit zu lösen sind.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Abgesagt? Karfreitag – Gebot zur Gewaltfreiheit

Nicht alles ist abgesagt

Eine Krise, die uns Einschränkungen abverlangt, die wir nie für möglich gehalten hätten.
Eine Krise, die aber auch zeigt, was möglich ist, wenn wir nur wollen:
Die Schuldenbremse ad acta zu legen,
Milliarden von Euro als Hilfsprogramme bereitzustellen, um die Wirtschaft vor dem Absturz zu bewahren und Arbeitsplätze zu sichern,
in kürzester Zeit viele sinnvolle Maßnahmen zu beschließen, um die Folgen der Pandemie abzufedern.

Erinnern wir uns auch in Zukunft daran, was möglich ist:
wenn wir wirkungsvolle Maßnahmen gegen den Klimawandel fordern,
wenn wir endlich Waffenexporte beenden wollen,
wenn es um eine Welt ohne Atomwaffen geht,
wenn wir Flüchtlinge menschenwürdig unterbringen wollen, um zu verhindern, dass sie in Dreck, Schlamm, ohne Wasser und Essen und in unbeschreiblichen hygienischen Verhältnissen sterben,
wenn wir Milliarden ausgeben wollen für Förderung von Lebensperspektiven für Menschen in Not,  anstatt Milliarden für riesige Militärausgaben  zu verschwenden.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Nicht alles ist abgesagt

Friedensarbeit ist nicht abgesagt

Auch wenn wir uns nicht zur Karfreitagsmahnwache auf dem Biberacher Marktplatz versammeln, bleiben wir dran an der Arbeit für den Frieden.
Wir informieren uns und verständigen uns übers Internet.
Wir protestieren gegen die Vorstellung, Abschreckung mit Atomwaffen für möglich zu halten und setzen uns für die Ächtung von Massenvernichtungswaffen ein.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Friedensarbeit ist nicht abgesagt

Absage Karfreitagsmahnwache

Den offiziellen Empfehlungen folgend, müssen wir leider bis auf Weiteres alle öffentlichen Veranstaltungen des Biberacher Friedensbündnisses absagen.

Sobald sich eine Änderung ergibt, werden wir dies bekanntgeben.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Absage Karfreitagsmahnwache

Karfreitagsmahnwache

Karfreitag – Gebot zur Gewaltfreiheit

Mahnwache für den Frieden am Karfreitag, 10. April 2020, 17 Uhr, Marktplatz Biberach

Die Mahnwache für den Frieden, zu dem das Biberacher Friedensbündnis auch in diesem Jahr einlädt, steht unter dem Thema „Karfreitag-Gebot zur Gewaltfreiheit“, ergänzt durch den Untertitel „Ermutigungen aus Religionen zur Kritik nuklearer Abschreckung“.
Der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit gehört zum Selbstverständnis christlichen Handelns. Was hat das mit dem Geschehen an Karfreitag zu tun? Darauf werden die Redner, Berthold Seeger von der Biberacher Gruppe pax christi und Roland Groner vom Friedensbündnis in ihren Ansprachen eingehen.
Aus Sicht der katholischen Friedensbewegung pax christi braucht es ein klares Bekenntnis zu aktiver Gewaltfreiheit. pax christi bezieht sich hier auf das Engagement von Papst Franziskus. Er greift immer wieder ausdrücklich die Gewaltfreiheit des Evangeliums auf und stellt einer vermeintlichen Passivität Vorbilder und Erfolge von praktizierter Gewaltfreiheit entgegen. 2017 veröffentlichte er eine Botschaft mit dem Titel „Gewaltfreiheit-ein Stil der Politik für den Frieden“. 2019 sprach er in Hiroshima konkret davon, dass die Abschaffung aller Atomwaffen geboten sei.

Die Wurzel der ökumenischen Debatte auch zu den Atomwaffen ist der Satz der Gründungsversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen von 1948: „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“. In den westdeutschen evangelischen Kirchen wurden in der Folge die „Heidelberger Thesen“ von Carl Friedrich von Weizsäcker heftig diskutiert mit der Forderung, „die Zeit der Abschreckung zu nutzen, um die Logik und den Geist der Kriegsführung zu überwinden“. Ist aber Abschreckung eine heute noch mögliche ethische Option?

Musikalisch umrahmt wird die Mahnwache durch die Sängerinnen Ana Bienek und Nathalie Gottstein, mit Friedensliedern zum Zuhören und zum Mitsingen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Karfreitagsmahnwache

Friedenstanz

Die Welt liegt im Unfrieden. Das zeigen die fast täglichen Meldungen über Ausbrüche sinnloser Gewalt von Menschen gegen Menschen. Viele spüren den Wunsch, etwas für den Frieden in unserem Land und in unserer Welt zu tun. Von der Erfahrung der friedvollen Verbundenheit mit unseren Mitmenschen kann eine starke Friedenskraft und Hoffnung ausgehen. Das ist das Ziel des „Friedenstanzes“ – mit einem Kreistanz wollen wir etwas Licht in diese Welt bringen.

Alle TeilnehmerInnen kommen möglichst in Weiß, der Farbe des Lichts und der Reinheit, oder wenigstens mit einem weißen Kleidungsstück. Gestaltet wird das Angebot mit einfachen Tänzen zu friedlicher Musik mit Texten.

Tanzleiterin: Choon-Sil Christian
Ausbildung für „Meditation in Bewegung und Sakralen Tanz“

Kooperationspartner: Evangelische Familien-Bildungsstätte
Evangelische Gesamtkirchengemeinde Biberach / Stadt-Kirchengemeinde
Katholische Erwachsenenbildung der Dekanate Biberach und Bad Saulgau e.V.
Biberacher Friedensbündnis

Gebühr: Spendenbasis – Empfänger wird noch bekannt gemacht

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Friedenstanz

Lichter für Demokratie und Toleranz

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Lichter für Demokratie und Toleranz

Nur eine starke UNO kann Kriege verhindern

UNO-Korrespondent Zumach und die Wakkas-Sisters  zu Gast beim Friedensbündnis

(Pressebericht von Gudrun Zink an die Schwäbische Zeitung)

Biberach – „Bei der UNO in Genf finden seit einigen Wochen Friedensverhandlungen für eure Heimat Syrien statt“, begann Andreas Zumach seine Rede. Er sprach dabei die Wakkas-Sisters an. Mit Liedern aus ihrer syrischen Heimat bereicherten die vier kurdischen Schwestern die Herbstveranstaltung des Biberacher Friedensbündnisses. Sie leben seit 2016 mit ihren Eltern in Deutschland und sind ein Beispiel für gelungene Integration von geflüchteten Menschen. Die Schwestern spielen klangschön mehrere Instrumente und besuchen vor Ort die Musikschule und das Gymnasium.

Zumach, der als freier Korrespondent seit 1988 in Genf bei der UNO arbeitet, betonte die Wichtigkeit der UNO bei dem Zustandekommen von Friedensverhandlungen. „Verfeindete syrische Gruppierungen, die sich seit Jahren bekriegen, sitzen in Genf gemeinsam an einem Tisch, um Lösungen zu finden für das kriegsgeplagte Syrien“.

Zumach ging eingangs auf die Geschichte und die bisherigen Erfolge der UNO ein. Die UNO, heute ein Zusammenschluss von 193 Staaten, wurde im Jahr 1946 nach dem Ende des 2.Weltkrieges gegründet. Oberstes Ziel war bei der Gründung der Vereinten Nationen (UN): „Die größte Geisel der Menschheit, der Krieg, soll endgültig aus der Welt geschafft werden.“

Dies ist der UNO nicht gelungen. Trotzdem kann sie große Errungenschaften vorweisen, die weitreichende Folgen auf der ganzen Welt zeigen. Als Beispiel nannte Zumach die Erklärung der Menschenrechte im Jahr 1948. Für viele Staaten sind die Menschenrechte heute eine allgemein verbindliche Konvention. Weitere Erfolge der UNO:

Das Verbot chemischer und biologischer Waffen und das Verbot von Landminen und Streumunition. Die Friedensmissionen der UN, das sogenannte „peace keeping“ in Krisengebieten mit dem Einsatz der UNO-Blauhelmsoldaten. Die Einrichtung des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag zur Verfolgung von Kriegsverbrechen. Und aktuell: Das UN-Abkommen zum Verbot des Einsatzes von Atomwaffen, das bereits von 122 UN-Mitgliedsstaaten unterzeichnet wurde.

Zumach sparte aber auch nicht mit Kritik an der UNO. „Viele Menschen haben heute den Eindruck, dass die UNO versagt“. Das Völkerrecht wird immer häufiger verletzt, es kommt wieder vermehrt zu kriegerischen Auseinandersetzungen, der Egoismus der Nationalstaaten nimmt zu, der Einfluss der fünf „sogenannten Vetomächte“ (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien) ist zu groß und blockiert häufig wichtige Entscheidungen der UN.

Zumachs Fazit: „Bei der UNO sind wichtige Reformen notwendig“. Das Veto-Recht der fünf Großmächte ist absolut überholt. Außerdem müssen alle UN-Mitgliedsstaaten in Zukunft regelmäßig  und zuverlässig ihre Beiträge leisten. Mit diesen Geldern könnten die UN-Truppen (Blauhelme) aufgestockt werden, deren deeskalierende Arbeit so wichtig ist in Krisengebieten.  Außerdem könnten die Hilfsorganisationen der UNO (UNHCR, UNICEF)  mit einem „zuverlässigen Etat“ in Kriegs- und Krisengebieten noch viel effektivere Hilfe leisten. Als Zukunftsvision nannte er die Schaffung eines UNO-Parlaments, vergleichbar mit der EU.

Zumachs abschließende Worte nach der Diskussionsrunde: „Lokale zivilgesellschaftliche Gruppen können wichtige Impulse setzen für die zukünftige Arbeit der UN (z.B. ICAN oder Fridays for future). Für die Zukunft ist die Stärkung und Reformierung der UNO jedoch unabdingbar. Denn nur eine starke UN kann alle politischen und friedlichen Konfliktlösungen ausschöpfen, um drohende Kriege zu verhindern.“

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentare deaktiviert für Nur eine starke UNO kann Kriege verhindern