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Kriegsdienstverweigerung ist Menschenrecht – auch im Krieg!

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Rennradeln für ein Atomwaffenverbot mit Zwischenstopp am 23. Juni auf dem Marktplatz in Biberach

Biberach als Zwischenhalt der zweiten Nuclearban-Tour‑Fahrraddemonstration mit Start- und Zielpunkt in Vaihingen vom 22. bis 24. Juni. Insgesamt 50 Rennradfahrende machen sich auf der fast 600 Kilometer langen Rundfahrt für Frieden und Abrüstung stark. 

Biberach. Am Freitag, 23. Juni gegen 15 Uhr, machen die 50 Radelnden der Nuclearban-Tour einen Zwischenstopp in Biberach. In die Stadt auf den Marktplatz werden sie von RadlerInnen aus Biberach und der Umgebung begleitet. Der Zwischenstopp in Biberach wird vor Ort von der Stadtverwaltung und dem Friedensbündnis Biberach unterstützt.

Erste Nuclearban-Tour Karlsruhe 2019

Das Friedensbündnis, das in den 1970-er Jahren, damals als AK Frieden, entstand, freut sich besonders auf diese Begegnung. In der Zeit des Kalten Krieges mit seiner erschreckend atomaren Hochrüstung der Supermächte wollte der AK Frieden 1983 Biberach zur atomwaffenfreien Zone erklären: Der Gemeinderat solle beschließen, von sich aus keine Maßnahmen zu unterstützen, die der Stationierung, Lagerung und dem Transport von Atomwaffen im Bereich der Stadt Biberach dienen würden. Dafür wurden auf 138 Namenslisten 3042 Unterschriften gesammelt und dem damaligen OB Claus-Wilhelm Hoffmann übergeben. Der Antrag wurde von der damaligen Mehrheitsfraktion mangels Behandlungskompetenz als unzulässig befunden und deshalb zur Abstimmung abgelehnt.

Aus den damaligen sogenannten „Ostblockstaaten“ Georgien und Polen entstanden dafür Städtepartnerschaften mit Telawi und Schweidnitz, die bis heute bestehen.

Der AKF und viele der besorgten BürgerInnen aus Biberach demonstrierten vor 40 Jahren am 22. Oktober 1983 als Teil der Menschenkette gegen die Stationierung der Pershing-II-Raketen auf der Mutlanger Heide. Die Raketen wurden erst 1991 von dort abgezogen. Heute kommt Mutlangen zu uns nach Biberach. Die atomare Bedrohung betrifft uns immer noch. Sie wurde mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine in vielen Köpfen wieder sehr präsent. Deutschland selbst hat keine Atomwaffen – aber mit den in Büchel lagernden amerikanischen Nuklearwaffen ist es Teil der Nuklearstrategie der USA. Die atomare Teilhabe Deutschlands vermittelt zwar eine vermeintliche Sicherheit des US-amerikanischen atomaren Schirms, bringt aber auch der Gefahr einer unmittelbaren nuklearen Eskalation mit sich.

Vom 22.-24. Juni sind über 50 Rennradfahrende mit Begleittross mit einer ganz besonderen Friedensdemo unterwegs bei der zweiten Nuclearban Tour. Die Strecke führt am 22. Juni von Vaihingen/Enz über Oberndorf nach Überlingen an den Bodensee. Am 23. Juni geht es am Nordufer des Bodensees bis Lindau und von dort in Oberschwaben über Ravensburg und Biberach nach Ulm. Am letzten Tag fährt das Peloton auf einer Teilstrecke der Menschenkette gegen atomare Nachrüstung (22.10.1983), gelangt zum Symbolort für erfolgreichen Widerstand gegen Atomwaffen nach Mutlangen. Von dort geht es weiter das Remstal entlang bis nach Stuttgart und die am Stadtrand befindliche US-Kommandozentrale EUCOM. Schließlich führt das Ende der Tour nach Vaihingen/Enz zurück: Insgesamt 590 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von28 km/h.

Neben der Fahrt durch die oft idyllische Landschaft stehen in den Pausen Kundgebungen und Begegnungen an Orten an, die eine besondere Aussagekraft zum Thema haben. Entweder weil sie ein Teil der Geschichte des Atomzeitalters oder aktuell in Planungen zur atomaren Abschreckung eingebunden sind, den Frieden einerseits gefährden oder andererseits eine Strahlkraft haben, sich mehr für ein friedliches Zusammenleben zu engagieren. Dafür gibt es in zahlreichen Städten Kundgebungen und Empfänge, organisiert von Stadtverwaltungen und/oder Engagierten der lokalen Zivilgesellschaft.

Im Fokus steht die Stärkung des Atomwaffenverbotsvertrages, den bisher 68 Staaten ratifiziert haben. Ende 2023 treffen sich die Vertragsstaaten in New York – zum Austausch und für weitere Schritte. Seit Januar 2021 sind Atomwaffen verboten. Ausschlaggebend dafür waren 122 Staaten, die im Juli 2017 den Vertrag an der UNO beschlossen hatten. Und das große Engagement der Zivilgesellschaft, koordiniert von der internationalen Kampagne für die Abschaffung aller Atomwaffen (ICAN), die dafür im Dezember 2017 mit dem Friedensnobelpreis in Oslo ausgezeichnet wurden. Für den bahnbrechenden Einsatz, über die humanitären Konsequenzen eines Einsatzes von Atomwaffen und deren Folgen für Mensch und Umwelt aufzuklären.

Die Friedenswerkstatt Mutlangen als Ausrichter der Tour und die unterstützenden Organisationen IPPNW Deutschland, ICAN Deutschland und Ohne Rüstung Leben sind als Teil der über 600 Partnerorganisationen von ICAN in über 100 Ländern auch Friedensnobelpreisträger, zusammen u.a. mit den über 8.000 Mayors for Peace weltweit. Der RSC Bretten ist Kooperationspartner der einzigartigen Raddemonstration. Schirmfrau: Stefanie Eßwein, Bürgermeisterin Mutlangen. Schirmherr: Uwe Skrzypek, Oberbürgermeister Vaihingen/Enz

Veranstalter Friedenswerkstatt Mutlangen und RSC Bretten, Ansprechpartner Roland Blach, https://nuclearban-tour.de/  roland.blach@pressehuette.de .

Die RadlerInnen werden von der Stadt Biberach durch Mayor for Peace OB Zeidler und dem Friedensbündnis Biberach auf dem Marktplatz empfangen.

Alle BürgerInnen sind dazu herzlich eingeladen.

Die Radelnden freuen sich auf diese Begegnung und auch auf einen regen Austausch mit allen Interessierten.

Freitag, 23.06.23, Biberacher Marktplatz, geplanter Zwischenstopp der RennradlerInnen zwischen 15:10 und 15:40 Uhr.

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